Siebanlage

Siebanlage

Mineralische Schüttgüter, wie sie beispielsweise auf dem Bau bei Abbrucharbeiten oder bei Straßenbauarbeiten entstehen, müssen getrennt werden, damit sie effizient und optimal wiederverwertet werden können – auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Die Trennung der einzelnen Materialien übernehmen in der Regel sogenannte Siebanlagen.

Was ist eine Siebanlage?

Jeder, der schon einmal als Kind im Sandkasten oder am Strand gespielt hat, kennt es: das Sieb. Oben schüttete man den groben Sand hinein und unten rieselte der fein gesiebte Sand wieder in den Eimer. Zurück blieben in der netzartigen Struktur kleine oder auch größere Steinchen, Muschelreste und sonstiges. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Siebanlagen, nur sehr viel größer oder auch sehr viel kleiner, zum Beispiel im Laborbereich. Es gibt:

  • Ellipsensiebmaschinen
  • Freischwinger Siebmaschinen
  • Linearsiebmaschinen
  • Exzentersiebmaschinen
  • Laborsiebmaschinen
  • Wirbelstromsiebmaschinen
  • Wurfsiebmaschinen
  • Taumelsiebmaschinen
  • Klopfsiebmaschinen
  • Plansiebmaschinen
  • Luftstrahlsiebmaschinen

Diese Siebanlagen wiederum lassen sich grundsätzlich in drei Arten unterteilen:

  • Nach Antrieb – also, ob die Motoren elektromagnetisch betrieben werden oder ob es sich um Umwuchtgetriebe, beziehungsweise Motoren handelt. So manche Siebmaschine verfügt auch über einen Hybridantrieb.
  • Nach Anwendung: also, ob die Siebanlangen in der Produktion oder in einem Labor stehen
  • Nach Bauart: Es gibt flache und geneigte Siebanlagen

Alle Siebanlagen haben eines gemeinsam, nämlich Feststoffgemische nach Korngrößen voneinander zu trennen, also zu separieren. Sehr häufig sieht man Siebanlagen in Kiesgruben, wo sie den begehrten Kies für den Straßenbau vom Sand trennen. Beide Materialien werden anschließend getrennt auf LKWs verladen und zu den jeweiligen Baustellen gebracht. Auch in der Baustoffherstellung sieht man relativ häufig große Siebanlagen.

Mobile Siebanlage

Bei den Anlagen, die man in einer Kiesgrube sieht, handelt es sich übrigens in den allermeisten Fällen um eine mobile Siebanlage. Eine mobile Siebanlage ist meist kompakter und – wie der Name schon verrät – im Gegensatz zu ihren großen Verwandten mobil einsetzbar. Sie hilft beispielsweise brauchbaren von unbrauchbarem Schutt zu trennen und diesen quasi wieder in klingende Münze zu verwandeln. Denn man spart sich die Fahrt zur Deponie und die Gebühren, die mit dem Abladen des Bauschutts verbunden sind. Viele mobile Siebanlagen sind zwar recht klein, aber selbst diese „Zwerge“ sind durchaus in der Lage viele Tonnen Material voneinander trennen. Das Material wird in den meisten Fällen mit einem Radlader oder einem Bagger in die Anlage eingefüllt. Dabei gilt es die passende Geschwindigkeit zu finden.

Raupen betriebene mobile Siebanlagen können zum Beispiel in sehr hügeligem Gelände zum Einsatz kommen, da sie auch bei Steigungen bis zu mehreren Graden zuverlässig arbeiten und stabil stehen. Mobile Siebanlangen werden auch beim Leitungsbau eingesetzt. Sie verfüllen das Material direkt in den vorher ausgehobenen Schacht. Auf diese Weise kommt es auch zu einer enormen Zeitersparnis. Ein großer Vorteil der meisten mobilen Anlagen ist ihre große Variabilität. Heute findet man sie noch auf einer Privatbaustelle – und morgen kommt sie auf einer kommerziellen Großbaustelle zum Einsatz. Das gilt vor allem für die kompakten Anlagen. Ob eine mobile Siebanlage oder fest verbaute Siebanlage zum Einsatz kommt, ist ganz von den Aufgaben abhängig, die eine Maschine dieser Art erfüllen soll.

In der Baustoff-, beziehungsweise kunststoffverarbeitenden Industrie, bieten sich die festen Anlagen an. Denn in den meisten Fällen müssen diese, wenn sie einmal installiert sind, ihren Standort nicht mehr wechseln. Mobile Anlagen hingegen bieten sich dann an, wenn es schon von vorneherein feststeht, dass die Anlage an verschiedenen Orten zum Einsatz kommen soll, wie es beispielsweise im Straßenbau der Fall ist. Eine fest eingebaute Anlage würde in diesem Fall keinen Sinn ergeben.